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Botschaft Seiner Exzellenz Abdoulaye Wade, Präsident von Senegal

« Die Digitalisierung ist auf dem besten Wege, einen neuen Menschen in einer neuen Zivilisation – die Informationsgesellschaft – zu kreieren, zu der nicht Zutritt hat, wer möchte, wie dies in den Anfängen der Menschheit der Fall war. Dieses Mal muss man bezahlen, um teure und komplexe Geräte zu benutzen, oder man bleibt isoliert. Der Norden besitzt sowohl die Geräte als auch die Ressourcen, um den Zugang und die Nutzung zu bezahlen. Der Süden bleibt de facto von der Information ausgeschlossen.

Der digitale Graben fördert die Verringerung der Chancen, die geistige und wirtschaftliche Armut und entfernt die Kulturen und Zivilisationen voneinander. Der Norden und der Süden werden immer weniger miteinander kommunizieren, was die Gefahr birgt, dass bestimmte Völker, besonders afrikanische, isoliert werden. Paradox und Ironie zugleich ist, dass der Kontinent, der die Schrift erfunden hat, am Ende eines Prozesses, den er in Gang gebracht hat, vom universellen Wissen ausgeschlossen sein wird.

Das Konzept der digitalen Solidarität wird deshalb als Strategie vorgeschlagen, die darauf abzielt, den digitalen Graben mittels freiwilliger Beiträge zu überwinden. Akteure der digitalen Solidarität sind die Zivilgesellschaft, die Städte und Gemeinden, der internationale private Sektor und die Staaten. Sie handeln weltweit im Rahmen einer Charta der digitalen Solidarität und mittels eines Digitalen Solidaritätsfonds, der durch das Engagement der Republik Senegal, der Stadt Genf, der Stadt Lyon und der Provinz Turin zustande kam.

Der Digitale Solidaritätsfonds verfolgt das Ziel, den Eintritt und das Verbleiben einer grossen Zahl von Ländern des Südens in das Universum der Standard-Informationsgesellschaft zu finanzieren, zu der bei verantwortungsvoller Vorgehensweise alle Zutritt haben können. Der Süden hat gezeigt, dass er, unter bestimmten Bedingungen, in der Lage ist, das Beispiel einer gelungenen digitalen Entwicklung zu liefern. Der Digitale Solidaritätsfonds sollte folglich den Nord-Süd-Austausch und die Süd-Süd-Kooperationschancen zugleich nutzen.

Die Welt bedarf heute der Geschlossenheit in der Vielfalt, des gegenseitigen Verständnisses und Respekts. Auf diese Weise wird der Mensch die weiteren Herausforderungen bewältigen können, vor die ihn sein Schicksal stellen wird. Die Informationsgesellschaft muss ihre Prinzipien an diesem Glaubensbekenntnis ausrichten. »

S.E. Me Abdoulaye Wade

Präsident der Republik Senegal
Präsident des Ehrenausschusses des Digitalen Solidaritätsfonds



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