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Im Namen der Städte und Gemeinden
Beitrag von Gérard COLLOMB, Senator-Bürgermeister von Lyon, und Christian FERRAZINO, Bürgermeister von Genf

SMSI, Genf, den 12. Dezember 2003

Sehr geehrter Herr Präsident,
Sehr geehrte Exzellenzen,
Sehr geehrte Damen und Herren,

Wie für die meisten wesentlichen Dienstleistungen – Wasser, Gesundheit, Erziehung – sind in erster Linie die Städte und Gemeinden dafür zuständig, in Zukunft einen universellen Zugang zur Informationsgesellschaft sicherzustellen.

Aus diesem Grund haben 2003, nach 4 Kontinentalkonferenzen in Bilbao, Nouakchott, Curitiba und Shanghai, die Städte und Gemeinden einen Weltgipfel in Lyon abgehalten, um eine gemeinsame Vision der Informationsgesellschaft der Zukunft zu entwickeln.

Sie haben die Erklärung verabschiedet, die mein Kollege, der Bürgermeister von Genf, Christian Ferrazino, und ich Ihnen vorstellen werden.

Diese Erklärung bringt zum Ausdruck, dass die Informationsgesellschaft, die wir errichten möchten, die Demokratie und die Einhaltung der Menschenrechte stärken muss.

Sie unterstreicht, dass die Kommunikationsfreiheit und der egalitäre Zugriff auf das Wissen Grundrechte sind, und ruft zur Wahrung der kulturellen und sprachlichen Vielfalt sowie zum Pluralismus der Informations- und Kommunikationsmittel auf.

Sie bekräftigt, dass die Möglichkeiten der Informationsgesellschaft zur Verwirklichung der Ziele des Millenniums, insbesondere bezüglich der Einrichtung eines universellen Primar- und Sekundarunterrichts, beitragen müssen.

Sie ruft schliesslich zu einer engen Kooperation zwischen den Städten und Gemeinden in aller Welt auf, um die digitale Spaltung zu überwinden, die es zwischen den Städten des Nordens und denen des Südens hinsichtlich des Zugangs zur Informationsgesellschaft gibt.

Um dieses Ziel zu konkretisieren, schlägt die Erklärung von Lyon vor, die digitale Solidarität gemäss drei Aspekten zu entwickeln :

  • indem man die Städte und Gemeinden auffordert, im Rahmen des Möglichen die Nutzung und die Entwicklung freier Software zu bevorzugen, damit ihre Investitionen der Gesamtheit der Gemeinschaften der Welt nutzen,
  • indem man sie bittet, ihre Programme für dezentralisierte Kooperation auszubauen,
  • indem man den Aufruf Präsident Wades unterstützt, einen Digitalen Solidaritätsfonds zu gründen, der auf freiwilligen Beiträgen verschiedener Akteure, Bürger, Unternehmen, Staaten, Städte und Gemeinden basiert.

Wir haben uns entschlossen, den Worten Taten folgen zu lassen. Aus diesem Grund hat die Stadt Genf, Metropole des Friedens und des Humanismus, angeboten, den Sitz dieses Fonds aufzunehmen.

Mit den Beiträgen der Republik Senegal und der Städte Genf und Lyon beträgt die Anfangsausstattung dieses Fonds bereits über eine Million Euro. Wir rufen nicht nur die anderen Städte und Gemeinden zur Mitwirkung an diesem Solidaritätsvorhaben auf, sondern wir sind davon überzeugt, dass zahlreiche Staaten und viele Unternehmen und Mitglieder der Zivilgesellschaft sich uns anschliessen werden.

Wir übergeben Ihnen diese Erklärung der Städte und Gemeinden, die wir bei der Eröffnung dieses Gipfels dem Generalsekretär der Vereinten Nationen, Kofi Annan, vorgestellt haben, und wir bringen, im Namen aller Bürgermeister und Kommunen der Welt den Wunsch zum Ausdruck, dass diese Erklärung der Gemeinden an die Erklärung angefügt werde, die Sie gleich verabschieden werden..



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