Interventionspolitik
des Digitalen Solidaritätsfonds
Handlungsstrategie
und Auswahlkriterien
Im Rahmen der internationalen, bi-
oder multilateralen Zusammenarbeit sind vielfältige Fonds
zur Förderung der Entwicklung eingerichtet worden. Stiftungen,
NGOs und zahlreiche Freiwilligenorganisationen helfen ebenfalls
mit verschiedenen Mitteln weltweit bei der Bekämpfung der
Armut. Es gibt jedoch :
- extrem komplizierte Finanzierungsmechanismen,
die lange und komplexe Verfahren zur Folge haben, die nicht
mit der im IKT-Bereich erforderlichen Reaktionsschnelligkeit
im Einklang stehen ;
- ein notorisches Koordinierungsdefizit zwischen
den verschiedenen durchgeführten Projekten und Programmen
;
- eine nicht ausreichende Berücksichtigung
der IKT, die in zahlreichen Projekten einfach übergangen
werden.
Die Finanzierungsstiftung beabsichtigt ausdrücklich nicht, den jeweiligen Empfängerländern Projekte einfach überzustülpen , denn es geht hier nicht um die Schaffung aufwendiger Infrastrukturen, vielmehr stehen jene Gemeindeprojekte im Zentrum, die auf das dortige politische Umfeld abgestimmt sind, und welche dem dringendem Bedürfnis nach neuen Impulsen entsprechen, mit denen neue Arbeitsplätze hervorgebracht und schliesslich das Erschliessen neuer Märkte ermöglicht.
Die Auswahlkriterien der die durch den Digitalen Solidaritätsfonds finanzierten Projekte
I. Ausgewählte Empfängerländer (Einordnung gemäss der UNO-Richtschnur) :
- 60% der Mittel sind den Bevölkerungen der rückständigsten Entwicklungsländer zugedacht.
- 30 % der Mittel sind den Bevölkerungen in Entwicklungsländern zugedacht.
- 10 % der Mittel geht an Projekte für die Bevölkerungen in Schwellenländern und in entwickelten Ländern.
II. Die Kennzeichen der von dem DSF bedachten Projekte:
- Die Einrichtung und Nutzung der IKT wird auf lokaler Ebene , d.h. in jenen Gemeinden, die bei der Errichtung von neuen Informatiknetzwerken übergangen worden sind, gefördert.
- Es werden insbesondere Frauen-, Jugend -Vereinigungen und Vereinigungen von Gruppierungen mit spezifischen Interessen (Menschen mit einem Handicap, Ureinwohner usw.) mit Priorität behandelt.
- Das Augenmerk ruht auf lokalen Themen , die auf die Anliegen der lokalen Bevölkerung eingehen.
- Die Erteilung von Mikrokrediten (soweit es jeweils möglich ist), um den lokalen Unternehmergeist anzukurbeln, ist Teil der Strategie.
- Hingegen ist es nicht vorgesehen, kostspielige und vertrackte Infrastrukturen zu erwerben oder sich dafür finanziell zu verwenden.
- Es werden solche Partner (öffentlicher, privater oder gesellschaftlicher Art) bevorzugt, die ihre Fähigkeit zum vernetzten Arbeiten bereits unter Beweis gestellt haben.
- Süd-Süd Partnerschaften (die sich in einer dezentralisierten oder auch einer internationalen Kooperation ausdrücken) gehören dazu.
- Begleitet und überwacht werden die Projekte von Organisationen, die über anerkannte Kompetenzen in der Durchführung von Entwicklungsarbeit vor Ort verfügen.
- Eine vorgängige Machbarkeitsstudie , die die Möglichkeiten und Risiken eruiert hat, ist Bestandsteil der letztlich durchgeführten Projekte.
- Das Nachvollziehen der Verwendung der Gelder , die der Projektunterstützung dienen, ist während aller Projektphasen gesichert.
- Die Projektkonzeption ist auch auf andere Gemeinden und auch auf andere Bereiche der Entwicklungsarbeit übertragbar .
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