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Botschaft von Christian Ferrazino, Bürgermeister von Genf

Wenn auch die industrielle Revolution das Aufblühen der Staaten gefördert und tiefgreifende Ungleichheiten zwischen den Nationen, insbesondere in den Ländern des Südens, bewirkt hat, so setzt die Informationsgesellschaft eine vernetzte Gesellschaft voraus, die es den Bürgern der gesamten Welt ermöglichen sollte, ihre Kenntnisse zu kommunizieren und zu teilen. Diese Öffnung zum Dialog steht dennoch mit der Globalisierung im Einklang, die zu vermehrten Ausschlüssen führt. Eine gerechtere Teilung der Ressourcen und ein effizienter Zugriff aller auf alle Kommunikationsmittel bleibt folglich ein Ziel, dessen Verwirklichung immer dringender wird.

Die Städte und Gemeinden, in denen die Mehrheit der Weltbevölkerung lebt und die an das World Wide Web angeschlossen sind, tragen in diesem Zusammenhang fundamentale Verantwortung. Als erstes Bindeglied zu ihren Bürgern müssen sie diesen den freien Zugang zum Wissen und zum Informationsaustausch garantieren.

Ihre Öffnungs- und Anschlussfähigkeit, die für ihre eigene Entwicklung Voraussetzung sind, sind ebenso dringend erforderlich wie die wesentlichen Dienstleistungen, die sie ihren Bürgern auf den Gebieten Erziehung, Gesundheit, Bekämpfung von Ausschluss, soziale Gerechtigkeit, öffentlicher Verkehr usw. bieten müssen.

Da die Staaten zögern, die Herausforderung der digitalen Solidarität anzunehmen, überrascht es nicht, dass die Städte und Gemeinden, sich ihrer Verantwortung bewusst werdend, beschliessen, das Fundament des ersten Weltfonds für digitale Solidarität zu legen. Es obliegt nun den Vertretern der Städte und Gemeinden zu zeigen, dass sie durch den Beitrag zur Entwicklung einer gerechteren Wissensgesellschaft in der Lage sind, den laufenden Globalisierungsprozess zu mildern.

Diese Aufgabe können sie sicherlich nicht allein übernehmen. Es ist daher wichtig, dass ihr Engagement durch Beiträge aller Partner einer nachhaltigen Entwicklung, den Privatsektor, die Zivilgesellschaft und natürlich die Staaten, unterstützt wird.

Der auf Initiative der Städte Genf und Lyon, der Provinz Turin und Senegals gegründete Digitale Solidaritätsfonds stellt zweifellos die einzig mögliche Antwort dar, um die digitale Apartheid zu beenden, die zu Beginn dieses 21. Jahrhunderts herrscht. Über eine Finanzierungsquelle für die heute noch vom World Wide Web ausgeschlossenen Gemeinschaften hinausgehend, muss der Fonds ein bevorzugtes Instrument eines neuen Dialogs zwischen allen Bürgern der Welt werden.

Christian Ferrazino
Bürgermeister von Genf
Vize-Präsident des Ehrenausschusses des Digitalen Solidaritätsfonds



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